Katzen

Für Castle wäre ein Zuhause mit
Freigang toll.
Castle schnurrt und schmust was
das Zeug hält, sogar auf dem Behandlungstisch beim
Tierarzt.
Dabei ist er aber auch sehr
fordernd bis distanzlos, klettert an den Menschen hoch und
verteilt dann "Liebesbisse"
- Allergietests ergaben eine sehr
stark ausgeprägte Reaktion auf Hausstaub und Futtermilben,
daher ist seine Einrichtung stets abwischbar, Textilien werden
mehrmals die Woche gewechselt und die Katzenstreu ist eine
spezielle Silikat Streu, welche ebenfalls häufiger komplett
gewechselt werden muss
An der Ursache des weiterhin
bestehenden Juckreizes wird derzeit noch geforscht. Mögliche
Verdachtsdiagnosen:
-aufgrund eines starken
Flohbefalls bei seiner Ankunft: Phantomjucken
-Feline atopische dermatitis
(Allergische Reaktionen auf verschiedene Umwelteinflüsse, quasi
„Katzen Neurodermitis“
-exzessiver Juckreiz aufgrund der
Allergien
-nachfolgende Reaktion auf den
Flohbefall an sich (allergische Reaktion aufgrund des
Flohspeichels)
Castle neigt zum schlingen von
Futter.
Ausserdem steht noch eine
Zahnsanierung bei ihm an.
Vermittlung zu Artgenossen ggf
möglich, (wurde laut den Findern allerdings von anderen Katzen
nicht gut aufgenommen sonst hätte er zum Fundort zurückkehren
dürfen)

Bruno ist kein einfacher Kater. Er wurde von der Feuerwehr abgeholt, nachdem er seine vorherige Halterin mehrfach gebissen hatte. Sie hatte ihn als unkastrierten Freigänger aus schlechter Haltung übernommen und mit einem kastrierten Kater zusammen in ihrer Wohnung gehalten. Zu Beginn ließ er sich nicht anfassen und hatte bei ihr bis zuletzt eigentlich große Fortschritte gemacht. Welche Erfahrungen er vor dieser Zeit gemacht hat, ist leider unbekannt.
Anfangs verhielt sich Bruno bei uns sehr freundlich. Er war verschmust und unauffällig. Aufgrund von Umständen, die nichts mit ihm zu tun hatten, durfte er in dieser Zeit allerdings nicht vermittelt werden, obwohl das Interesse groß war. Je länger Bruno bei uns blieb, desto größer wurde wohl sein Frust über die Situation und seine "Zündschnur" entsprechend kürzer, sodass wir ihn nicht mehr bedenkenlos vermitteln wollten, als es schließlich möglich gewesen wäre.
Zunächst kratzte er unvermittelt, obwohl er sich Sekunden vorher noch aus freien Stücken angeschmiegt hatte. Dann biss er eine Tierpflegerin an zwei aufeinanderfolgenden Tagen, scheinbar ohne Auslöser und Vorwarnung. Auch wenn es seitdem keine ernsthaften Verletzungen gab, griff Bruno trotzdem öfter Beine an. Es ist gut möglich, dass es sich dabei um eine umgeleitete Aggression handelt.
Das Schwierige dabei ist, dass Bruno wirklich sehr süß aussieht und alle Menschen zunächst toll findet. So beginnt er quasi sofort, sich anzuschmiegen und "Kopfnüsse" zu verteilen. Einige Momente lang genießt er auch Streicheleinheiten - solange er bestimmt, wo es lang geht. Er bekommt jedoch schnell das Gefühl, nicht mehr der Herr der Lage zu sein. Was im einen Moment positive Aufregung für Bruno bedeutet, die er auch genießt, ist im nächsten Augenblick Stress und überfordert ihn. In einer solchen Situation gehen andere Katzen auf Abstand oder zeigen die Anspannung körpersprachlich an. Brunos Nervensystem scheint hier aber schon so auf Hochtouren zu laufen, dass das nicht mehr möglich ist: Von einer auf die andere Sekunde kratzt oder - im schlimmsten Fall - beißt er. Das passiert vermehrt in Situationen, in denen Bruno sich eingeengt fühlt, zum Beispiel wenn er sich in einer Ecke des Raums befindet. Mit beiden Händen gleichzeitig gestreichelt zu werden mag er ebenfalls nicht, da er sich dabei bedrängt fühlt.
Wir sind sicher, dass die Situation im Tierheim ihren Teil zu seinem Verhalten beiträgt. Bruno ist einerseits dauerhaft unterfordert, was Beschäftigung angeht, andererseits von den permanenten Reizen verschiedener Menschen und Tiere überfordert. Wir könnten uns vorstellen, dass sich sein Verhalten in einem stabilen Zuhause, in dem er körperlich und geistig ausreichend gefordert wird, bessert.
Wer Bruno ein Zuhause geben möchte, sollte sich trotzdem bewusst sein, dass es keine Garantie gibt, dass er nicht wieder beißt. Bruno aufzunehmen bedeutet Arbeit. Denn er handelt nicht aus Bosheit, sondern aus Überforderung, Angst oder Frust. Die Aufgabe seiner Menschen wird sein, herauszufinden, was genau diese Gefühle bei ihm auslöst und wie man eine Umgebung gestaltet, in der er sich sicher fühlt und zur Ruhe kommen kann. Für Bruno suchen wir Menschen mit Katzenerfahrung, die Geduld mit ihm haben und nicht so schnell aufgeben, auch wenn sie gelegentlich "einstecken" müssen. Freigang wäre wünschenswert, da die plötzliche Umstellung auf Wohnungshaltung Teil der Problematik sein könnte. Kinder sollten im neuen Zuhause nicht vorhanden sein.
Uns ist bewusst, dass Bruno nicht einfach ist – trotzdem hoffen wir sehr, dass sich Menschen finden, die sich dieser Aufgabe und Verantwortung bewusst sind und bereit sind, sie anzunehmen. Menschen, die mehr sehen als seine Schwierigkeiten und hinter sein Verhalten schauen – denn dort verbirgt sich ein sensibler Kater, der einfach noch nicht gelernt hat, sich sicher zu fühlen. Und er verdient eine Chance, endlich anzukommen.








